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legendäre stories von legendären Alben

Here, My Dear - Marvin Gaye

Wenn ein Scheidungsdrama zur Musikgeschichte wird

Es gibt Alben über Trennungen – und dann gibt es „Here, My Dear“. Kaum ein anderes Werk der Popgeschichte legt die Wunden einer zerbrochenen Ehe so schonungslos offen wie Marvin Gayes musikalische Abrechnung mit der Scheidung von seiner ersten Frau Anna Gordy.

Schon das Albumcover erzählt die Geschichte, lange bevor der erste Ton erklingt. Auf der Vorderseite erscheint Gaye als römische Statue vor einem monumentalen Tempel. In dessen Grundstein ist die hoffnungsvolle Inschrift „Love and Marriage“ eingraviert. Daneben steht eine Skulptur zweier Liebender, eng umschlungen – ein Sinnbild für die Ideale von Liebe und Ehe.

Doch wer das Album umdreht, erlebt den dramatischen Bruch. Der Tempel steht in Flammen, die Mauern beginnen zu zerfallen, und aus „Love and Marriage“ ist „Pain and Divorce“ geworden. Das romantische Versprechen ist einem Bild von Verlust, Enttäuschung und Zerstörung gewichen.

Als wäre diese Symbolik nicht eindringlich genug, setzt die Innenseite des Covers noch einen drauf. Zu sehen sind die Hände eines Paares, das sich an einem Monopoly-ähnlichen Spielbrett gegenübersteht. Doch hier geht es nicht um Spielgeld, sondern um den erbitterten Kampf um den gemeinsamen Besitz. Im Hintergrund zeichnet sich die Waage der Gerechtigkeit ab – ein unübersehbarer Hinweis auf den juristischen Rosenkrieg, der über allem schwebt.

Kaum ein Albumcover spiegelt den emotionalen Kern eines Werks so konsequent wider wie das von „Here, My Dear“. Es macht deutlich, dass dieses Album weit mehr ist als eine Sammlung von Songs: Es ist das visuelle und musikalische Protokoll einer Ehe, die vor den Augen der Öffentlichkeit in sich zusammenfällt.

Jackie Gleason und Salvador Dali

Die faszinierende Geschichte hinter Lonesome Echo

Was passiert, wenn einer der bedeutendsten Surrealisten des 20. Jahrhunderts auf einen Musiker trifft, der seine Kunst bewusst in den Hintergrund rücken wollte? Das Ergebnis ist ein Album, das bis heute fasziniert: Lonesome Echo von Jackie Gleason.

Als die Platte 1955 erschien, überraschte sie nicht nur mit ihren sanften Orchesterklängen, sondern auch mit einem außergewöhnlichen Cover. Gestaltet wurde es von keinem Geringeren als Salvador Dalí. Während Gleason für elegante Orchesterarrangements, Jazz und stimmungsvolle Instrumentalmusik bekannt war, verfolgte er eine ungewöhnliche Philosophie: Seine Musik sollte nicht dominieren, sondern den Raum unaufdringlich erfüllen – als atmosphärischer Begleiter, der sich dezent im Hintergrund entfaltet.

Erstaunlicherweise spiegelt Dalís Gestaltung genau diesen Gedanken wider. Statt eines lauten, provokanten Bildes schuf der spanische Künstler eine ruhige, fast meditative Komposition. Dennoch ist das Cover unverkennbar Dalí. Typische Elemente seiner Bildsprache tauchen auf, allen voran der Schmetterling – ein Symbol für Vergänglichkeit, Leichtigkeit und Transformation, das sich durch sein Werk zieht.

Dalí selbst erklärte die Bedeutung seines Motivs mit poetischen Worten:

„Der erste Eindruck ist der von Angst, Weite und Einsamkeit. Dann hallt die Zerbrechlichkeit der Flügel eines Schmetterlings, der am späten Nachmittag lange Schatten wirft, wie ein Echo in der Landschaft wider. Das weibliche Element, weit entfernt und isoliert, bildet ein perfektes Dreieck mit den Musikinstrumenten und seinem anderen Echo, der Muschel.“

Diese Beschreibung macht deutlich, dass Dalí das Cover nicht als bloße Verpackung der Musik verstand. Vielmehr schuf er eine visuelle Interpretation der Stimmung, die Gleasons Kompositionen hervorrufen: Einsamkeit, Weite und ein fast greifbares Echo, das sich in der Landschaft verliert. Bild und Musik verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk, in dem beide Künstler ihre jeweiligen Ausdrucksformen auf überraschend harmonische Weise miteinander verbinden.

Mehr als 70 Jahre nach seiner Veröffentlichung gilt Lonesome Echo deshalb nicht nur als bemerkenswertes Album der Easy-Listening-Ära, sondern auch als außergewöhnliches Beispiel dafür, wie bildende Kunst und Musik zu einer gemeinsamen künstlerischen Vision verschmelzen können.

Beyoncé

Das geheime Detail auf Beyoncés "Renaissance"-Cover, das kaum jemand kennt

Als Beyoncé im Jahr 2022 nach sechs Jahren Album-Pause plötzlich Renaissance veröffentlichte, war die Begeisterung riesig. Doch nicht nur die Musik sorgte für Schlagzeilen – auch das ikonische Albumcover wurde sofort zum Gesprächsthema. Darauf sitzt die Sängerin nahezu nackt auf einem schimmernden Hologramm-Pferd. Ein Bild voller Glamour, Kraft und Symbolik. Doch was steckt wirklich dahinter?

Über die Bedeutung des Covers wird seit der Veröffentlichung intensiv diskutiert. Zwei Theorien stehen dabei besonders im Mittelpunkt.

Die erste führt weit zurück in die Geschichte – genauer gesagt ins 19. Jahrhundert. Viele sehen eine Anspielung auf das berühmte Gemälde von John Collier, das die legendäre Lady Godiva zeigt. Der Überlieferung nach ritt Godiva nackt auf einem Pferd durch die Straßen, lediglich von ihrem langen Haar bedeckt. Sie gilt bis heute als Symbol für Mut, Selbstbestimmung und Widerstand gegen Ungerechtigkeit. Dass Beyoncés Album ausgerechnet Renaissance heißt, macht diesen historischen Bezug für viele Fans noch faszinierender.

Doch es gibt noch eine zweite Interpretation – und sie führt direkt in die schillernde Welt der New Yorker Partyszene der 1970er-Jahre. Denn auch Bianca Jagger schrieb Popkulturgeschichte, als sie zu Ehren des 30. Geburtstags von Mick Jagger auf einem weißen Pferd in den legendären Club Studio 54 ritt. Der spektakuläre Auftritt wurde zu einem der berühmtesten Bilder der Disco-Ära und steht bis heute für Luxus, Freiheit und Extravaganz – Werte, die auch Beyoncés Renaissance-Ästhetik prägen.

Doch genau hier verbirgt sich das Detail, das viele übersehen.

Denn Beyoncés Pferd ist kein gewöhnliches Tier. Es erscheint als funkelndes Hologramm – futuristisch, beinahe überirdisch. Damit verbindet das Cover Vergangenheit und Zukunft: historische Ikonen wie Lady Godiva und Bianca Jagger treffen auf eine moderne, fast science-fictionartige Inszenierung. Das Pferd wird so zum Symbol für Transformation, Freiheit und Neuerfindung – genau die Themen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen.

Gerade dieses Zusammenspiel aus historischen Anspielungen, Popkultur und futuristischem Design macht das Renaissance-Cover zu weit mehr als einem auffälligen Foto. Es erzählt eine Geschichte – und genau dieses raffinierte Detail macht es zu einem der faszinierendsten Albumcover der letzten Jahre.

Race Against The Machine

Wenn ein Albumcover zur politischen Kampfansage wird

Schon die Songtitel ihres Debütalbums ließen keinen Zweifel an der Sprengkraft von Rage Against the Machine: „Bombtrack“, „Killing in the Name“ und „Bullet in the Head“ waren musikalische Kampfansagen gegen Machtmissbrauch, Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Doch nicht nur die Musik sorgte für Aufsehen – auch das Albumcover wurde zu einem der eindringlichsten und kontroversesten Motive der Rockgeschichte.

Statt auf ein Bandfoto oder ein aufwendig gestaltetes Artwork setzten Rage Against the Machine auf ein Bild von erschütternder Intensität: die berühmte Aufnahme des buddhistischen Mönchs Thích Quảng Đức, fotografiert 1963 vom US-Fotografen Malcolm Browne in Saigon. Das Foto zeigt den Moment, in dem sich der Mönch selbst verbrennt – ein radikaler Protest gegen das südvietnamesische Regime und dessen systematische Unterdrückung der buddhistischen Bevölkerung.

Die Szene wirkt bis heute verstörend und faszinierend zugleich. Während die Flammen seinen Körper umhüllen, bleibt Thích Quảng Đức regungslos sitzen. Das Bild ging um die Welt und wurde zu einem Symbol für politischen Widerstand und die Bereitschaft, für Überzeugungen das Äußerste zu opfern.

Mit der Wahl dieses Motivs machten Rage Against the Machine deutlich, dass ihre Musik mehr sein sollte als bloße Unterhaltung. Das Cover transportiert dieselbe Wut, Dringlichkeit und politische Haltung, die auch die Songs prägen. Es ist ein visuelles Manifest – und eines der eindrucksvollsten Albumcover der Musikgeschichte.

Pink Floyd

Als ein Albumcover plötzlich zur echten Gefahr wurde

Manche Albumcover erzählen eine Geschichte. Andere schreiben selbst Musikgeschichte. Das Cover von Wish You Were Here gehört zweifellos zur zweiten Kategorie – und entstand unter Bedingungen, die heute kaum noch vorstellbar wären.

Zu sehen sind zwei Männer in Anzügen, die sich die Hand reichen. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Geschäftsabschluss wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als beißende Metapher: Während der eine Mann aufrecht steht, geht der andere buchstäblich in Flammen auf. Der besiegelte Deal verbrennt ihn – im wahrsten Sinne des Wortes.

Hinter dem ikonischen Motiv standen die Stuntmen Danny Rogers und Ronnie Rondell. Und das Erstaunliche daran: Das Feuer war echt. Im Jahr 1975 gab es weder digitale Bildbearbeitung noch die Möglichkeit, Flammen später per Computer hinzuzufügen. Was auf dem Cover zu sehen ist, geschah tatsächlich vor der Kamera.

Zwar wurde Ronnie Rondell mit speziellen Feuerschutzmitteln präpariert, doch die Aufnahme erwies sich als deutlich schwieriger als geplant. Immer wieder musste die Szene wiederholt werden. Vierzehn Mal lief der Stunt erfolgreich ab. Doch beim fünfzehnten Versuch änderte eine plötzliche Windböe alles: Die Flammen schlugen unerwartet in Richtung seines Gesichts und setzten es in Brand.

Ironischerweise war genau diese Aufnahme diejenige, die schließlich verwendet wurde. Das legendäre Cover war im Kasten – und Rondell kam mit einer verkohlten Augenbraue und einer Geschichte davon, die bis heute zu den spektakulärsten Anekdoten der Rockgeschichte zählt.

So wurde aus einem scheinbar einfachen Handschlag eines der berühmtesten Albumcover aller Zeiten: ein Bild, das nicht nur eine Botschaft transportiert, sondern auch den Mut der Menschen dahinter dokumentiert.

Anton Corbijn

Anton Corbijn ist ein niederländischer Fotograf und Filmregisseur, bekannt für seine ikonischen, oft schwarz-weißen Porträts von Musikern wie Depeche Mode, U2, Nirvana und den Rolling Stones. Seit den 1970ern prägt er die visuelle Brand vieler Bands, gestaltet Albumcover, Bühnenbilder und drehte erfolgreiche Kinofilme wie Control und A Most Wanted Man.

Das Cover des neuen Albums der Stones (s.o.) wird witzelnd auch "Dreifaltigkeit" genannt, weil es die Gesichter der drei Musiker Mick Jagger (82), Ron Wood (78) und Keith Richard (82) verschmelzen lässt.

Hier weitere Alben von Corbijn...

Cyndy Lauper - She`s So Unusual

Janet Perr, Grafikerin bei einem, Musikmagazin, gewinnt mit ihrem ersten Cover-Design-Auftrag den Grammy für das beste Plattencover des Jahres 1981. Später entwirft sie Cover für u.a. die Stones, RUN DMC u.w..

Lauper arbeitet eine zeit lang als Verkäufern im einem Second Hand Klamottenladen, aus diesem stammt das rote Kleid auf dem Cover. Dies führt dazu, dass der Laden überrannt wird, weil viele Fans so unusual aussehen wollen.

Die roten Schuhe beziehen sich auf ein Märchen, in dem ein Mädchen zur Strafe für ihre Eitelkeit immer in roten Schuhen tanzen muss. Hier liegen die Schuhe neben Lauper - ein Statement....

Das Foto wurde in Coney Island, NY geschossen, weil Lauper sich eine heruntergekommene Fassade als Background wünschte.

Über dem Eingang ist der Name Roberto Clemente zu lesen. Dieser war ein Baseballstar mit über 3000 Hits und 240 Homeruns, wofür er in die Baseball Hall Of Fame aufgenommen wurde. Seine Rückennummer 21 wurde bei den Pittsburgh Pirates nie wieder vergeben.

The Velvet Underground

Es ist schwer, sich die Welt von Plattensammlern ohne das Cover von The Velvet Underground & Nico von 1967 vorzustellen, das vom Pop-Art-Künstler Andy Warhol entworfen wurde. Die erste Pressung, mit schälbarer Bananenschale, ist der heilige Gral unter Plattensammlern. Falls die genitalähnliche Form nicht provokant genug war, fügte Warhol die Einladung hinzu: 'Langsam schälen und sehen'. Eine rosa, fleischfarbene Frucht erschien unter dem Aufkleber. Heutzutage ist eine einigermaßen gute Kopie über 1.000 Euro wert.

Für Verve Records war die Banane jedoch ein Produktionsalbtraum. Für die Cover wurde eine spezielle Maschine benötigt, was einer der Gründe für die verzögerte Veröffentlichung des Albums ist. Jemand muss dort gesessen haben mit Stapeln von Alben und die gelben Bananenschalenaufkleber von Hand über die rosa Frucht geklebt haben. Deshalb gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Exemplaren dieses Covers im Umlauf. Bald wurde sie durch eine Standardabbildung ohne schälende Bananenschale ersetzt.

Unter Warhol, der die Band zu der Zeit managte, schuf The Velvet Underground einen Klassiker des 20. Jahrhunderts. 

The Rolling Stones

Nachdem Andy Warhol mit dem Cover bei Velvet Underground so viel Aufsehen erregt hatte, gaben auch die Rolling Stones vier Jahre später Warhol den Auftrag zur Gestaltung eines Album-Cover-Designs. Wieder konzipierte er eine kostspielige Variante, die es so nur in den ersten Auflagen des Albums gab: Der Reißverschluss war echt (Bild unten) und ließ sich öffnen! Auf dem Transport der Platten verkratzten wegen des Metall-Reissverschlusses allerdings viele Scheiben, so dass der Verschluss bald nur noch aufgedruckt wurde (Bild oben).

Auch in diesem Fall sind Original Cover mit echtem Verschluss ein Sammler-Juwel.

Ramones

Roberta Bayley hatte nie vor ein Cover-Foto für eine Band des Punkrock zu schaffen. Für ein Magazin sollte Sie einfach Bilder der Ramones machen. Bayley brachte die Gruppe zu einem nahegelegenen Spielplatz mit einer Umzäunung. Die Backsteinmauer und das bedeckte Nachmittagslicht waren perfekt für eine Schwarzweißfotografie.

Joey Ramone machte sich kleiner, um die Größe seiner Bandkollegen zu erreichen, während Tommy Ramone auf den Zehenspitzen stand. Die Band trug ihre Alltagsklamotten: zerrissene Jeans, Lederjacken und ausdruckslose Gesichtsausdrücke.

Einige Zeit später stand Sire Records vor einem Problem. Das Label hatte ein Cover-Shooting in Auftrag gegeben, doch das Ergebnis war enttäuschend. Man erinnerte sich an Bayleys schlichtes Foto aus dem Punk-Magazin und wählte es für das Albumcover aus.

Bayley erhielt 125 Dollar für das Titelbild und ein zweites Foto, das von Sire Records zur Publicity ausgewählt hatte. Die Band allerdings lehnte das zweite Bild ab, weil sie darauf lächelten.

Coldplay

Das Cover zeigt das Gemälde "Die Freiheit Führt Das Volk" von Eugene Delacroix. Es wurde 1830 zum Gedenken an die Julirevolution, die zur Beendigung der Herrschaft von Karl X. führte, geschaffen. 

In weißer Farbe ist auf das Gemälde "VIVA LA VIDA" als Titel des Albums geschrieben.

Das Gemälde zeigt eine frühe Darstellung der Figur der "Marianne", die als Symbol für die Freiheit und die französische Republik steht. Ferdinand Victor Eugène Delacroix (*1798; †1863) war ein französicher Maler. Er gilt wegen der Lebhaftigkeit seiner Vorstellungskraft und wegen seines üppigen Umgangs mit den Farben als Wegbereiter des Impressionismus.

The Beatles

Niemand ahnte am 08. August 1969, dass der spontane Schnappschuss von John Lennon, Ringo Starr, Paul McCartney und George Harrison auf dem Weg in ihr Tonstudio über den Zebrastreifen an der Abbey Road in London mal das berühmteste Plattencover der Welt werden würde. 

Abbey Road ist außerdem die einzige Hülle der Beatles, auf der weder Bandname noch Albumtitel stehen. Das war auch nicht nötig: "Es war schließlich die berühmteste Band der Welt!".

Das Foto führte auch zu abstrusen Verschwörungstheorien, weil z.B. Paul als einziger barfuss lief (und, weil weitere Details analysiert wurden). Crazy! Den weißen Käfer übrigens kann man heute in Wolfsburg im Automuseum finden. Die Personen, die im Hintergrund zu sehen sind, kennt man heute auch namentlich.

Red Hot Chili Peppers stellten für eines ihrer Alben (1988) die Szene dort auf der Abbey Road auf Sportsocken nach.

Sex Pistols

Ursprünglich sollte das Album God Save Sex Pistols heißen. 

Das Cover ist in neon-rot und -gelb mit ausgeschnittenen Buchstaben unterschiedlicher Größe gestaltet, das auf die Typographie eines Erpresserbriefes anspielt. So war auch schon das Cover der Single God Save the Queen auf ähnliche Art gemacht worden. 

Dann 1977 wurde der Titel des Albums geändert. Der neue basiert auf einem Satz „Never mind the bollocks“, der von zwei Fans aufgeschnappt worden war, die ihn sich gegenseitig immer wieder an den Kopf geworfen hatten. Es ist ein Ausdruck der Arbeiterklasse und steht für „aufhören, Müll zu reden“. So ist der Titel des Albums am ehesten mit „Schluss mit dem Scheiß, hier sind die Sex Pistols“ zu übersetzen.

In Großbritannien unterlag das Cover anfangs einer Zensur. Die Londoner Polizei besuchte die Filialen von Virgin Record Stores in der Stadt und teilte den Verantwortlichen mit, dass sie wegen Unanständigkeit strafrechtlich belangt werden, falls sie weiterhin Plakate des Album-Covers in ihren Fenstern ausstellten. So sei es durch ein Gesetz von 1899 vorgeschrieben. Ein Gericht widersprach schließlich der Argumentation der Polizei.

Heute ist das Cover Kult und für Sammler in verschiedenen Farben oder auch als Kunstdruck zu haben.

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